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Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

7 Jul, 2021

PEH Wertpapier AG

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

Europameisterschaft und China – das schließt sich eigentlich gegenseitig aus. Und trotzdem griff Martin Stürner, Fondsmanager und Vorstand von der PEH Wertpapier AG, nach seinem runden Geburtstag zum Hörer, um mit CAPinisde-CMO Markus Hujara genau über dieses Thema zu sprechen. Denn auch im türkischen Istanbul und trotz des schlechten Empfangs ist Hujara aufgefallen, dass bei den EM-Spielen viele chinesischen Schriftzeichen am Rand des Spielfelds auftauchen. Ist das schon ein kleiner Hinweis darauf, dass uns das chinesische Jahrhundert bevorsteht? Der Schein kann trügen. Genauso wie bei Anleihen – Stürner schließt sie in seinem Fonds PEH EMPIRE seit Jahren aus. Alle Hintergründe hören Sie in der neuen und ziemlich internationalen Folge von Stürner Spontan. Und eins versprechen wir: Im Gespräch zeigen Stürner und Hujara im Gegensatz zu manch einem von Jogis Jungs vollen Einsatz.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Interview.

 

Quelle: CAPinside

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

24 Jun, 2021

PEH Wertpapier AG

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte
Die Kräfte in diesem Jahr sind klar verteilt: Value ist zurück, die Tech- und Growth-Aktien hängen ihren eigenen Ansprüchen aus der vergangenen Dekade hinterher. Zuletzt kauften aber wieder mehr Fondsmanager Werte wie Amazon. Was jetzt für Big Tech spricht – und warum Investoren trotzdem flexibel bleiben müssen.

Die Nachricht dürfte einige Investoren gefreut haben: Amazon war zuletzt so günstig wie schon lange nicht mehr: Denn: seit fast einem Jahr hat die Aktie eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Der Preis pendelte seit Juli 2020 meist zwischen 2.600 und 2.900 Euro – während die Umsätze und Gewinne nach der Corona-Krise kräftig weiterwuchsen. Das führte summa summarum zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 60. So niedrig war die Bewertung der Amazon-Aktie seit 2011 nicht mehr. Doch woran liegt das?

Für die meisten Marktteilnehmer dürfte der Grund dafür klar sein: die Sektorrotation, die die Tech-Werte wie Amazon arg in Mitleidenschaft zog. Durch die Aussicht auf einen Post-Corona-Boom und sich stetig verbessernde Konjunkturwerte rückten Value-Aktien stattdessen in den Vordergrund. Investoren setzten auf die unterbewerteten Titel und hofften auf die ‚Mean Reversion‘. Zur Erinnerung: dieses Phänomen bezeichnet die These, dass sich etwa Preise oder Bewertungen an Kapitalmärkten bei Ausschlägen langfristig immer ihrem langfristigen Mittel annähern. Nachdem die Value-Titel aber trotz Unterbewertung eine Dekade lang abgestraft wurden, hat der Wind nun gedreht. Die schon hoch bewerteten Tech-Aktien fielen hintenüber. „Die Kurse vieler zyklischer Value-Werte sind aber schneller gewachsen, als es die zugrundeliegenden Fundamentaldaten begründen könnten“, meint Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE.

Gar nicht so teuer?

Nicht nur wegen der Value-Situation bleibt die Lage bei Aktien wie Amazon deshalb interessant. „Die Quartalsergebnisse haben eigentlich immer wieder gezeigt, dass das Geschäftsmodell der gesamten Tech-Werte intakt ist“, meint auch Stürner. So steigerte Amazon beispielsweise in den letzten 12 Monaten in jedem Quartal seinen Umsatz und Gewinn, während die Aktie im Korridor zwischen 2.600 und 2.900 Euro stecken blieb. Auch Alphabet, Microsoft oder Apple überzeugten mit ihren Zahlen, mussten auf Kursseite aber Abstriche hinnehmen.

Das führte dazu, dass die hohe Bewertung der Tech-Aktien, die auch als ein Grund für die Rotation an den Märkten ausgelegt wurde, gar nicht mehr so hoch ist, wie vielfach behauptet wird. Auch die Marktstrategin Elyse Ausenbagh von JP Morgan erklärte im Fernsehen der Nachrichtengruppe Bloomberg: „Schauen Sie sich die fünf größten Aktien im S&P 500 an, denn sie werden zu Bewertungen gehandelt, die im Verhältnis zu ihrer Historie gar nicht so unangenehm sind.“ Die Daten von Bloomberg zeigen, was die Strategin meint: Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der fünf größten Tech-Werte lagen zuletzt auf Fünf-Jahres-Sicht sogar leicht unter dem Durchschnitt.

Tech zurück in den Portfolios

Und mit diesen Gedanken scheinen sich auch immer mehr Fondsmanager und Kollegen von Stürner wieder anfreunden zu können. So zeigte die jüngste Ausgabe der Global Fund Manager Survey von der Bank of America, dass die Fondsmanager zuletzt wieder mehr auf Tech-Aktien setzten. Von rund elf Prozent stieg ihr Anteil demnach auf 22 Prozent für den Juni. Gleichzeitig rechnen die Fondsmanager damit, dass die Tech-Werte auch in den nächsten vier Jahren zu den am besten performenden Assets gehören dürften – übrigens genauso wie Value-Aktien. Allein auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Mean-Reversion-Strategien scheinen sich die Finanzprofis also nicht zu verlassen.

Auch Fondsmanager Stürner will sich in seinem breiten Fonds deswegen weder auf die Tech-Aktien noch auf Value-Werte, KGV-Spielerein oder Mean-Reversion-Thesen festlegen: „Durch den Digitalisierungszwang und die strukturellen Trends sind Technologiewerte derzeit noch immer in der Pole Position“, erklärt Stürner. Allerdings würden nicht immer nur die Wachstumsraten die Märkte bestimmen. In seiner Titelauswahl setzt der Fondsmanager deswegen auf drei Scores für die Bereiche Mikro, Makro und Sentiment, die täglich aus unzähligen Daten berechnet werden. Er schränkt mit Blick auf die gigantische Menge an Marktdaten ein: „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis kann ein guter Indikator sein – manchmal sind es aber eben auch Infektionszahlen. Als Aktieninvestor zahlt sich deswegen eine gewisse Flexibilität und Prognosefreiheit aus.“

 

 

Quelle: CAPinside

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

CAPinside-Trend Debatte: Sell in May vs. Entscheidungstheorie – warum präskriptive Investments nicht nur im Mai Gefahren bergen

CAPinside-Trend Debatte: Sell in May vs. Entscheidungstheorie – warum präskriptive Investments nicht nur im Mai Gefahren bergen

Mai 25, 2021

PEH Wertpapier AG

CAPinside-Trend Debatte: Sell in May vs. Entscheidungstheorie – warum präskriptive Investments nicht nur im Mai Gefahren bergen

Prognosen und Börsenweisheiten wie „Sell in May“ gehören schon lange zum Investieren dazu – ihr Wahrheitsgehalt ist aber umstritten. Das liegt auch daran, dass Regeln und Prognosen bestimmte Umstände voraussetzen. Die Kapitalmärkte funktionieren aber anders. Ein Exkurs in die Entscheidungstheorie.

Wer sich beim Aktienmarkt auf Mundarten beruft, der landet schnell bei „Sell in May and go away“. Demnach sei es für Investoren besser, im Mai die eigenen Positionen zu verkaufen. Die legendäre Börsenweisheit wird dazu noch gerne mit „but remember to come back in September or better November“ ergänzt, um genauer zu spezifizieren, wann Investoren ihr Geld wieder in die Kapitalmärkte stecken sollten. Ob die Mundart allerdings der Wahrheit entspricht, bleibt umstritten.

So analysierte CAPinside-Experte Christian W. Röhl in einem Beitrag zum Thema jüngst, dass sie in den USA nicht funktioniert, weil den Investoren durch die Pause im Sommer die quartalsweise ausgezahlten Dividenden flöten gehen: „Wer vier Monate keine Aktien hält, verpasst so viel Performance, dass die paar umschifften Crashs die Lücke nicht stopfen können – zumal Kurseinbrüche in den USA oftmals nicht ganz so hysterisch daherkommen wie hierzulande“, erklärt Röhl. Ähnlich sieht es Sven Lehmann vom Family Office HQ Trust bei dem historischen Blick auf US-Titel: „Am besten wäre es gewesen, gar nicht zu verkaufen. Über den gesamten Zeitraum lag die Wertentwicklung bei 9,2 Prozent.“

Börsenweisheiten setzen etwas voraus

Doch auch ein simples Buy & Hold ist nicht immer einfach. 2020 starteten die Märkte gerade in den Sommermonaten durch und straften die Sell in May-Investoren Lügen. Alleine von Mai bis Ende August stieg der S&P 500 um deutlich über 20 Prozent. Trotzdem hätten bei einem Buy & Hold die Investoren den Drawdown im März ungebremst aushalten müssen – was laut einigen Studien gerade Privatanleger nicht schafften und für risikoaverse Investoren noch schwerer sein dürfte. Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE, sieht deswegen beide Strategien als nicht ausreichend an: „Mit Börsenweisheiten agieren Investoren präskriptiv – und schreiben den Monaten im Vorhinein ihren Erfolg oder ihre Erfolgslosigkeit zu, ohne die kurzfristige Entwicklung der Börse zu verfolgen. Bei Buy & Hold werden wegen Drawdowns dagegen viele Investoren zu schnell zu nervös.“

Stürner plädiert also durchaus für eine aktive Strategie, um Drawdowns zu begrenzen und gleichzeitig Aufschwungphasen mitnehmen zu können – ohne an Prognosen gebunden sein zu müssen. Doch wie gelingt die Balance? Gedankenanstöße für eine differenziertere Auseinandersetzung zwischen Buy & Hold und Sell in May bietet etwa die Entscheidungstheorie. Während bei ihrer präskriptiven Version analysiert wird, wie Entscheider sich verhalten sollten, wird bei der deskriptiven Entscheidungstheorie untersucht, wie die Entscheider sich tatsächlich verhalten. Überträgt man diesen Ansatz auf den Finanzmarkt, wird klar, dass am Ende die deskriptiven Entscheidungen jene sind, die die Märkte bewegen und Kurse beeinflussen – nicht aber die Entscheidungen, die eigentlich optimal oder rational gewesen wären. Diese Erkenntnis ist aber nicht bei allen Investoren verbreitet.

„Insgesamt ist es ein Fehler, Prognosen zu zukünftigen Entwicklungen der Märkte zu treffen, um darauf die eigene Investmentstrategie auszurichten“, bewertet Stürner die Theorie auf Kapitalmarktebene und kritisiert nicht nur Börsenweisheiten, sondern auch Prognosen zu Kurszielen oder Index-Höchstständen. Vollständig rationale Entscheidungen sind an den Märkten gerade in der kurzen Frist selten, Einflussfaktoren verwässern präskriptive Ansätze. Ein Sell in May-Urteil ist demnach nur im Mai selbst und auf deskriptiver Basis zu fällen, wenn Märkte sich entsprechend entwickeln – genauso ist es im Rest des Jahres. Im letzten Jahr wäre bei einer kurzfristigen Analyse eher ein „Buy in May“ das Fazit gewesen.

Deskriptive Entwicklungen entscheiden

Die logische Schlussfolgerung aus diesen Überlegungen sind für Stürner kurz- und mittelfristige Analysen der Märkte, um den deskriptiven Teil des Kapitalmarkts einzufangen. Nicht umsonst rücken Sentiment-Analysen mehr und mehr in die Öffentlichkeit und werden auch Teil von Investmentprozessen, um die klassische Fundamentalanalyse von Unternehmensdaten oder makroökonomische Milieu-Auswertungen zu ergänzen. Stürner hat diese Entwicklung antizipiert und bereits vor einigen Jahren die Strategie des PEH EMPIRE angepasst.

Statt mittelfristige Prognosen und Szenarien als Grundlage des Fonds zu verwenden, hält sich Stürner mit einem quantitativen Ansatz streng an die kurzfristigen und damit deskriptiven Entwicklungen der Märkte. Damit bleibt er flexibel und prognosefrei. Wenn makroökonomische Signale aktuell die Entwicklung der Märkte bestimmen, investiert Stürner auch dementsprechend, genauso ist es bei mikroökonomischen oder Sentiment-Faktoren, die den Markt kurzfristig bewegen können. „Damit halten wir uns alle Optionen offen und können die Verlustängste von Buy & Hold-Investoren lindern, während wir gleichzeitig – losgelöst von Saisonalitäten oder anderen Prognosen – aktiv auf Aufschwünge setzen können“, meint Stürner. Anstatt also auf Börsenweisheiten oder Prognosen zu hören, würde manch ein Investor vermutlich gut daran tun, eher auf die tatsächlichen Ausprägungen der Märkte zu setzen.

 

Quelle: CAPinside

Anleger-Angst vor Inflation und Zins-Comeback? Warum ein zweiter Blick lohnt

Anleger-Angst vor Inflation und Zins-Comeback? Warum ein zweiter Blick lohnt

Anleger-Angst vor Inflation und Zins-Comeback? Warum ein zweiter Blick lohnt

Mai 12, 2021

PEH Wertpapier AG

Anleger-Angst vor Inflation und Zins-Comeback? Warum ein zweiter Blick lohnt

Kaum drohen steigende Zinsen und Inflation, machen sich Aktieninvestoren Sorgen. Zwar sind die Entwicklungen unbestreitbar, viele Investoren sollten aber einen Schritt weiterdenken. Warum der genaue Blick auf Makro-, Mikro- und Sentiment-Daten nicht nur in der aktuellen Situation lohnt.

Zu Beginn des Jahres gerieten die Aktienmärkte kurzzeitig ins Stottern. Nun ist es wieder soweit. Nicht ausgebremst von der plötzlichen Erkenntnis, dass die Schäden der Coronakrise doch enorm sind oder dass viele Bewertungen längst aus den alten Rahmen ausgebrochen sind, sondern ausgebremst von zwei Ängsten, die Investoren wohl naturgemäß immer umtreiben. „Massive fiskalische und geldpolitische Stimulierungsprogramme in den USA und anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften heizen die Debatte darüber an, ob eine höhere Inflation vor der Tür stehen könnte“, stellte etwa Kenneth Rogoff, Professor an der Harvard University, in einem Meinungsbeitrag fest.

Und der Blick auf die Daten zeigt in der Tat Entwicklungen, die viele Investoren spätestens seit der Coronakrise nicht mehr in dieser Dimension erlebt hatten. Das beste Beispiel lässt sich an der 10-Jahres-Breakeven-Inflation-Rate ablesen, die einen guten Hinweis auf die Inflations-Antizipation des US-Marktes liefert. In ihr werden die Renditen von normalen 10-Jahres-Treasuries gegenüber Renditen von Inflation Linked Securities gestellt, die die gleiche Duration besitzen. Aus der Differenz ergibt sich dann das Maß für die Inflationsrate, das der Markt auf die Inflation Linked Securities aufrechnet.

Wird Inflation real?

Seit dem Einbruch in der Coronakrise macht sich die Rate stetig auf den Weg nach oben – und hat inzwischen die 2,5-Prozent-Marke übertroffen. Auch in Deutschland und Europa halten einige Ökonomen Inflationsraten von über 2,0 Prozent für realistisch. Das schürt Ängste. Zwar rechnen Experten wie Rogoff damit, dass die Inflationsgefahr in der kurzen Frist etwas zu überambitioniert bewertet wird, Rogoff warnt aber auch: „Vor diesem Hintergrund könnte sich das reale Inflationsrisiko materialisieren, wenn sowohl die Unabhängigkeit der Zentralbanken als auch die Globalisierung ins Wanken geraten.“

Was eine steigende Inflation in den USA – trotz des angepassten Umgangs der FED mit der Rate – auslösen kann und könnte, skizzierte auch Rogoff: „Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen und Hypothekenzinsen steigen bereits in der Erwartung, dass die US-Notenbank – de facto die globale Zentralbank – gezwungen sein wird, die Zinsen zu erhöhen, was zum Platzen von Vermögenspreisblasen auf der ganzen Welt führen könnte.“ So stieg die Constant Maturity Rate für 10-Jahres-Treasuries, die als Indikator für die Entwicklung der Staatsanleihen dient, ebenfalls stark an und stagnierte zuletzt.

Auch in Deutschland geht das Szenario steigender Inflation und anziehender Zinsen trotz der zwischenzeitlichen DAX-Höchststände vielen Investoren nicht aus dem Kopf. Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE, stellt in den Sentiment-Daten seines quantitativen Modells fest, dass viele Investoren wegen der steigenden Treasury-Renditen bisherige Gewinne des Aktienmarktes verkauften. „Vielleicht waren einige Investoren dabei aber zu voreilig“, meint Stürner. Denn die Kurzschlusshandlung vieler Investoren, die bei steigender Inflation und höheren Zinsen fast selbstverständlich den Aktienmarkt etwas mehr untergewichten, war in den vergangenen Jahren nicht unbedingt die richtige Wahl. Die Inflation selbst macht Sachwerten wie Aktien schließlich eher weniger aus, der springende Punkt für viele Investoren ist allerdings eher die befürchtete Zinsentwicklung – aber selbst deren Wirken steht nicht unbedingt fest. „Die Korrelation zwischen Zinsentwicklung und Aktienmarkt ist prinzipiell dynamisch“, erklärt Stürner und ergänzt: „Zuletzt waren steigende Zinsen und steigende Aktien nicht unbedingt ein Widerspruch.“

Glaube statt Daten

Schon 2018 hatte die Korrelation zwischen den beiden Größen sich der Nulllinie angenähert, stellten etwa Analysten der Berenberg Bank fest. In den Jahren zuvor verliefen die Entwicklungen invers zueinander. Während in der Coronakrise die Korrelation auf Jahressicht wieder ins Negative sackte, ist sie seitdem wieder Richtung Nulllinie unterwegs. Kurzfristigere Korrelationseffizienten rangierten sogar teilweise schon im positiven Bereich. Zwar sind steigende Renditen und Inflationserwartungen unbestreitbar, die Auswirkungen sind aber nicht in Stein gemeißelt. Dass die Märkte trotzdem schon reagierten, erklärt Stürner anders.

„Die Märkte werden eben auch von Sentiment-Faktoren beeinflusst, nicht nur von Mikro- oder Makro-Daten“, erläutert Stürner. Die Trennung der Einflussfaktoren und ihre dezidierte Bewertung helfe extrem, um vorschnelle Schlüsse zu vermeiden – und um trotzdem flexibel zu bleiben. Die zwischenzeitliche Angst der Investoren vor Inflation und Zinsen sei dafür ein gutes Beispiel: „Die Scores in unserem Algorithmus zeigten zu Beginn des Jahres an, dass die Marktbewegungen vor allem durch das Sentiment getrieben wurden. Die Makro- und Mikro-Daten haben diese Bewegung aber bisher nicht unterstützt.“ Ähnliches ließ sich auch bei der zwischenzeitlichen Rotation von Growth in Value feststellen, bei der ebenfalls das Sentiment die Börsen bewegte, die Unternehmensdaten diese Bewegung aber (noch) nicht unterstützten.

Für Stürner, dessen Asset-Allokation ohnehin durch den Algorithmus bestimmt wird, bedeutet das: Füße still halten. Sollten tatsächlich einschneidende Ereignisse und nachhaltige Rotationen bevorstehen, dürfte sich das in seinen Daten widerspiegeln.

Quelle: CAPinside

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

April 1, 2021

PEH Wertpapier AG

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

Hinter dem Aktienmarkt liegt eine absolute Growth-Dekade – Wachstumswerte schlugen die Value-Konkurrenten meist deutlich. Nun fängt der Kapitalmarkt aber an zu rumoren. Geht die Auseinandersetzung zwischen Value und Growth in eine andere Richtung? Was jetzt wichtig wird.

Wer derzeit täglich die Entwicklung seines Aktiendepots verfolgt, dürfte hin und her gerissen sein von den jüngsten Entwicklungen. Denn an den Märkten ringen Value und Growth miteinander. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. Die gerade von institutionellen Investoren fast ausschließlich als Benchmark benutzten Russell-Indizes machen beispielsweise in ihren Value- und Growth-Ausprägungen klar, wie groß der Abstand zwischen den beiden Investmentstilen ist. Während die von Warren Buffett so innig geliebten Value-Werte im Russell 1000 Value eine annualisierte 10-Jahres-Rendite von rund 10,65 Prozent erreichten, machte im gleichen Zeitraum das Äquivalent namens Russell 1000 Growth jährlich einen durchschnittlichen Satz von etwa 16 Prozent nach vorne. Auch die MSCI-Indizes zeigen die deutliche Outperformance der Growth-Werte.

In den vergangenen Wochen und Monaten wendete sich das Blatt aber – plötzlich traten die klassischen Value-Branchen hervor. Banken, Energiekonzerne, Konsumgüter und Industriewerte waren plötzlich wieder gefragt. Gleichzeitig wiesen einige Finanzdienstleister auf die sinkende Korrelation zwischen Aktien hin, was heißt, dass deren Entwicklungen inzwischen deutlich voneinander abweichen. Gleichzeitig driften die Streuungen und damit die Unterschiede zwischen den Maximal- und Minimalrenditen einzelner Aktien auseinander. Das macht das Umfeld am Aktienmarkt für Fondsmanager und Investoren nicht unbedingt einfacher – auf welche Faktoren achten die Börse also in einer Transformationsphase von der Growth-Ära hin zu einem Value-Aufleben?

 

1. Welche makroökonomischen Faktoren entscheidend sind

Auslöser für die zuletzt mitunter erratischen Bewegungen an den Kapitalmärkten waren  die langsam, aber stetig ansteigenden Renditen der US-Treasuries. Denn der Weg ist damit nicht weit zu einem bisher verlässlichen Mantra: bei höheren Zinsen profitieren klassischerweise Value-Titel. „Die deutliche Bewegung im amerikanischen Zinsmarkt führte dazu, dass es viele Gewinnmitnahmen bei Aktien gab“, bestätigt auch Martin Stürner, Vorstand bei der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE, merkt aber gleichzeitig an: „Steigende Zinsen wären inzwischen nicht mehr unbedingt schlecht für Growth-Werte. Gerade im Tech-Bereich sind die Firmen nicht mehr fremdfinanziert, sondern eher regelrechte Cashmaschinen.“ Um Entwicklungen, wie die Aktienmärkte sie gerade durchleben, trotzdem frühzeitig zu erkennen, setzt Stürner auf eine tagesaktuelle Analyse von einem Score, der sich aus den Bereichen Makro, Mikro und Sentiment zusammensetzt.

Eine Prognose möchte Stürner deshalb nicht abgeben, vielmehr verlässt er sich auf die Signale seines quantitativen Modells. Ein entscheidender Faktor, der dabei neben den Zinsen wichtig werden dürfte, ist laut vielen Marktbeobachtern auch die ebenfalls seit Anfang des Jahres anspringende Inflation, die ebenfalls eher für Substanzwerte spricht. Und auch die makroökonomischen Entwicklungen spielen in diesem Wirkungsfeld eine Rolle – zwar erhöhte der IWF seine Prognose zum Wirtschaftswachstum, gleichzeitig kämpfen aber noch viele Länder mit der Corona-Pandemie und Lockdowns.

 

2. Was die Unternehmensdaten verraten

So heftig die Unternehmen auch noch im ersten Halbjahr 2020 getroffen wurden, die Erholung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ging schnell von Statten. Viele Unternehmen übertrafen ihre vorher noch gekürzten Prognosen, und gerade die Growth-Werte überzeugten mit stabilen Cashflows und Gewinnen. Unternehmen aus Value-Sektoren, die schon vor der Pandemie fundamental schlechter dastanden, konnten ihre Fundamentaldaten seitdem nicht signifikant verbessern – auf Mikro-Ebene gibt es deshalb wenig Bewegung. Solange sich das nicht ändert, scheint auch eine langfristige Rotation von Growth in Value unwahrscheinlich.

„Unser Mikro-Score zeigt bisher keine Veränderung an, weil die realen Fundamentaldaten der Value-Werte die letzte Marktbewegung nicht unterstützen können“, meint Stürner mit Blick auf die noch immer gute und mit den Zahlen aus dem vierten Quartal 2020 eher noch verbesserte Lage von Growth-Werten – etwa aus dem Tech-Bereich. Der Rücksetzer in der Bewertung könnte also wohlmöglich eher als Kaufchance taugen.

 

3. Warum auch das Sentiment entscheidend ist

„Während noch immer Lockdowns und hohe Fallzahlen  auf der Marktstimmung lasten, zeigt sich ein gewisser Risikoappetit unter Anlegern – angetrieben durch die Aussicht auf diverse Hilfspakete durch die Politik“, analysierte etwa Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Gleichzeitig bleiben aber auch Bedenken wegen der Corona-Pandemie, heiß gelaufener Märkte und der makroökonomischen Entwicklungen.

So zeigte sich etwa der renommierte Fear & Greed Index von CNN reichlich unentschlossen und schoss zwischen Gier und Angst hin und her. Allein seit Jahresbeginn wechselte er ein halbes Dutzend Mal die Seiten. Value oder Growth – so richtig will sich noch niemand festlegen. Sollte es aber so weit kommen, könnte das Auswirkungen haben. „Auch wir haben in unseren Scores gesehen, dass das Sentiment der Marktteilnehmer wichtiger wird und die Märkte berührt“, erklärt Stürner mit Blick auf seinen Sentiment-Score. Die aktuellen Verwerfungen machen ihm aber keine Sorgen: „Sollte sich wirklich ein Trendumschwung ergeben, werden wir das in unseren Scores erkennen und entsprechend reagieren.“

 

Quelle: CAPinside

Crashpropheten nach dem Corona-Crash: kein Aufgeben, aber keine Rendite

Crashpropheten nach dem Corona-Crash: kein Aufgeben, aber keine Rendite

März 8, 2021

PEH Wertpapier AG

Crashpropheten nach dem Corona-Crash: kein Aufgeben, aber keine Rendite

Die Corona-Pandemie hat ökonomisch enorme und historische Schäden angerichtet. Der ganz große Einbruch war das aber noch nicht – jedenfalls nicht, wenn den Crashpropheten Glauben geschenkt wird. Warum ihre Erzählweise bisweilen logisch ist – und ihre Fonds trotzdem nicht funktionieren können.

Eigentlich hätte das Jahr 2020 und die Corona-Pandemie genau das werden können, auf das die steigende Zahl der Crashpropheten schon seit Jahren hinpredigen. Schließlich erklärten etwa zwei Bestseller-Autoren noch in einem Interview Mitte 2019: „Bis spätestens 2023 kommt der Big Bang. Die Risiken sind jedoch hoch, dass es bereits innerhalb der nächsten zwei Jahre knallt. Uns erwartet der schlimmste Crash aller Zeiten.“

Und der – das ist klar – dürfte dann natürlich fatal für alle sein. Beispielsweise würden auch die Crashpropheten leiden, die ja bereits seit etlichen Jahren ihr Geld mit Büchern verdienen, die den „größten Crash aller Zeiten“ beschwören. Würde das alles eintreten, wäre ihr Werk getan. Wie durch ein Wunder löste dann aber selbst die historische Corona-Krise den laut Crashpropheten schon so lange überfälligen Mega-Einbruch noch nicht aus. „Das große Finale kommt erst noch”, prophezeite einer von ihnen deshalb schon im Sommer des vergangenen Jahres, als sich Finanzmärkte schon erholten und auch viele Unternehmen einigermaßen aufatmeten. Auch die Propheten dürften aufgrund ihrer verlängerten Daseinsberechtigung erleichtert gewesen sein.

Immerhin – die Crashpropheten sagen den Untergang in den von ihnen vertriebenen Büchern nicht nur vorher voraus, sondern vertreiben auch gleich eine Lösung für die von ihnen exklusiv aufgedeckten Probleme. Das Ziel dieser Strategien ist größtenteils die Vermeidung des Vermögensverlustes, den ihre Initiatoren seit Jahren vorhersagen. Zumindest der Vermögenserhalt ist dabei ja auch ein durchaus ehrenwertes Ziel, eine Vergrößerung des Vermögens umso mehr. Einen Haken hat die Sache aber doch, meint Fondsmanager Martin Stürner, Vorstand der PEH Wertpapier AG: „Vermögenserhalt und -vermehrung ist nicht nur in Zeiten des schlimmsten Crashes wichtig, sondern auch in den Phasen davor und danach.“

Angst als Ansprache

Dass die Crashpropheten trotzdem das Crash- und Angst-Muster bedienen, ist zwar wenig ruhmreich, dafür aber irgendwie schon logisch – weil sie damit die Urinstinkte der Menschen bedienen. „Bei drohenden finanziellen Verlusten lassen sich Veränderungen in der gleichen Hirnregion feststellen, in der wir auch auf allgemeine Gefahren reagieren“, erklärt der Psychologe Arnold Kitzmann in seinem Buch „Massenpsychologie und Börse“. Kitzmann ergänzt: „Unser Gehirn sucht ständig nach Mustern und Regelmäßigkeiten, es übersieht dabei aber sehr schnell, dass wir es gelegentlich mit überkomplexen oder zufälligen Situationen zu tun haben.“ Die würden in Ausnahmesituationen aber auftreten – und würden unter anderem dafür sorgen, dass Investoren lieber auf vermeintlich Sicheres setzen.


Fondsvergleich im Detail ansehen


Die Sicherheit versprechen Crashpropheten auch in ihren Fonds. Wie der CAPinside-Fondsvergleich zeigt, schafft das aber keiner der besagten Strategien langfristig. Besonders viele Probleme hatte der Dirk Müller Premium Aktien, der auf längere Sicht immer eine negative Performance ablieferte. Zwar verspricht der ehemalige Händler an der Deutschen Börse in dem von ihm beratenen Aktienfonds „mittel- bis langfristig überdurchschnittliches Kapitalwachstum durch Partizipation an den globalen Aktienmärkten“ – das Produkt blieb das aber bisher schuldig. Immerhin: Während die Aktienmärkte in der Corona-Krise abstürzten, blieb der Fonds stabil und steigerte sogar kurz seinen Wert. Das liegt an den Absicherungsmechanismen, die im Crash zwar griffen, langfristig durch ihre hohen Kosten aber jegliche Rendite fressen. Als die Aktienmärkte wieder nach oben liefen, stagnierte und verlor der Fonds wieder – und bescherte seinen Anlegern also im kleinen Moment des Crashes Sicherheit und im großen restlichen Zyklus Verluste. 

Schon allein die durchschnittliche Länge und Performance der Bullen- und Bärenmärkte zeigt, dass die Crashpropheten mit ihrer Strategie langfristig nicht erfolgreich sein können. So untersuchte Invesco die historische Performance des S&P 500 von 1957 bis zum Anfang des Corona-Jahres 2020. Durchschnittlich dauerte ein Bullenmarkt über 1700 Tage und brachte eine Performance von knapp 160 Prozent ein, während die Bärenmärkte rund ein Jahr alt werden und „nur“ Verluste von 33 Prozent einbringen. Ein Verpassen der Bullenmärkte ist damit schmerzhafter als Verluste in Bärenmärkten – laut der Analysten werden die Effekte der Marktvolatilität langfristig dadurch minimiert.

Crashvorsorge geht auch anders

Trotzdem soll auch der SOLIT Wertefonds, der vom Crash vorhersagenden Buchautoren Marc Friedrich beraten wird, in Krisenzeiten und beim Zusammenbruch der Finanzsysteme stabil bleiben. „Die Vergangenheit zeigt deutlich, dass sich in wirtschaftlich turbulenten Zeiten Sachwerte immer besser entwickelt haben als Papierwerte“, erklärt Friedrich auf der Website. Er legt also ebenfalls den Fokus auf den kurzen Moment des Crashs – und blendet die restliche Zeit aus. Damit rutschte der Fonds etwa in den Jahren 2017 und 2018 deutlich ab, während die Aktienmärkte gewannen. Und auch in der Coronakrise brach die Performance des Wertefonds deutlich ein, wenn auch gedämpft. Die verpassten Marktgewinne dürften Langfristinvestoren dennoch ärgern. Der einzige Fonds der Crash-Propheten, der es einigermaßen mit den Durchschnittsgewinnen der Aktienmärkte aufnehmen kann, ist noch der Max Otte Vermögensbildungsfonds.

„Der Markt besteht eben nicht nur aus Crashs, sie sind nur ein kleiner Teil des Zyklus‘“, erklärt Stürner, der zwar im eigenen Fonds PEH EMPIRE auch auf Vermögenserhalt setzt, dafür aber auch die Hochphasen der Märkte bespielen will. So würden Ängste bei Investoren oder kräftige Verluste in Krisen, wie sie etwa in den großen Indizes letztes Jahr auftraten, vermieden werden, gleichzeitig aber eine überdurchschnittliche Rendite in guten Marktphasen erreicht werden. „Wenn dann ein Crash kommt, haben wir trotzdem einen Sicherungsmechanismus, der den Vermögenserhalt stützt “, meint Stürner.

 

 

Quelle: CAPinside