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Das Tapering steht vor der Tür: Drei Denkanstöße für Investoren

Das Tapering steht vor der Tür: Drei Denkanstöße für Investoren

Das Tapering steht vor der Tür: Drei Denkanstöße für Investoren

28 Sep, 2021

PEH Wertpapier AG

Das Tapering steht vor der Tür: Drei Denkanstöße für Investoren
Die Fed will die Zügel straffen und Anleihekäufe reduzieren. Das Tapering könnte in den USA bereits in diesem Jahr beginnen, die Europäische Zentralbank dann nachziehen. Eine Deutungshoheit über die Auswirkungen gibt es allerdings noch nicht. Hier kommen drei Denkanstöße zum Ende der Anleihekäufe.

Die Spatzen, so sagt man es ja gemeinhin, die pfiffen es schon lange von den Dächern. Wobei das Pfeifen der ganzen Aufregung rund um das mögliche Tapering in den USA nicht gerecht wird. Schon lange waren die Spekulationen deutlich mehr als nur ein Pfeifen vom Dach. Das war auch schon deutlich vor den klaren Worten klar, die der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, beim vielbeachteten Jackson-Hole-Symposium zum Tapering an die Öffentlichkeit richtete.

Mittlerweile gilt als ausgemacht, dass die US-Notenbank Fed am Ende dieses Jahres die Anleihekäufe reduziert, die zur Stützung der durch die Corona-Krise angeschlagenen Wirtschaft aufgesetzt worden waren. Das Tapering ist in aller Munde, die Unwägbarkeiten scheinen nicht nur für den Anleihemarkt, sondern auch für Investoren aller Assetklassen groß zu sein – drei Gedankenanstöße dazu.

 

Denkanstoß 1: Das Tapering ist Kopfsache

Das Taper Tantrum aus dem Jahre 2013 ist vielen Kapitalmarktteilnehmern in bitterer Erinnerung geblieben. Damals reagierten die Märkte heftig, als Fed-Chef Ben Bernanke ein Ende der Anleihekäufe in Betracht zog – letzteres ist nicht ungewöhnlich, wenn die Wirtschaft in Schwung kommt und eine Unterstützung nicht mehr nötig ist. Doch dass viele Investoren damals verschreckt reagierten, hing wohl auch mit der Plötzlichkeit von Bernankes Aussage zusammen.

2021 ist das Tapering auch ein Thema, die Herangehensweise der Fed war aber von Anfang an eine andere. Hinweis für Hinweis lieferte die Notenbank, stetig darauf bedacht, bloß keinen der ohnehin schon nervösen Kapitalmarktteilnehmer zu verschrecken. Der bekannte Fear & Greed Index rangierte bereits ab dem zweiten Quartal größtenteils im „Angstbereich“, der Volatilitäsindex Vix schoss bei Regungen der Fed in die Höhe. „Der psychologische Faktor spielte im Sommer fast eine größere Rolle als das, was eigentlich realwirtschaftlich oder an den Kapitalmärkten durch eine Reduzierung der Anleihekäufe passiert“, erklärt auch Martin Stürner, Vorstand der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE.

Für den Fonds analysiert eine künstliche Intelligenz, welche Faktoren die Märkte bewegen. Diesen Sommer schlug der Score für das Sentiment aus und Stürner reduzierte vorsorglich die Aktienquote. Das Tapering – so scheint es – ist nach den Erfahrungen aus 2013 vor allem ein marktpsychologisches Ereignis, weniger eines auf makro- oder mikroökonomischer Ebene. Das mag auch damit zusammenhängen, dass Investoren eine Verbindung zwischen Tapering und Zinserhöhungen herstellen – auch wenn Powell das immer negierte.

 

Denkanstoß 2: Der Trend nach dem Tapering ist nicht klar

Spannend ist die Frage, was nach dem Tapering kommt. Eigentlich ist die Argumentation klar: Durch das Wegfallen eines großen Anleihekäufers – in diesem Fall der Fed – sinken die Preise der Anleihen und die Renditen steigen. Ob das allerdings wirklich so kommt, ist nicht ausgemacht. Ein Blick in die Historie der zehnjährigen Treasuries zeigt nämlich, dass mit dem Ende einer Quantitative-Easing-Periode und damit mit dem von Anleihekäufen die Renditen eher fielen – und so das genaue Gegenteil eintrat als die erste Überlegung vielleicht vermuten lässt. Zu erkennen war das Phänomen etwa im Jahr 2010 nach dem ersten oder Mitte 2011 nach dem zweiten Quantitative Easing. Ende 2014 fiel die Rendite ebenfalls, allerdings wurde nun das dritte Quantitative Easing nach den Erfahrungen mit dem Taper Tantrum vorsichtig und Stück für Stück zurückgefahren.

Ein Erklärungsansatz für diese kontraintuitive Wirkung sind möglicherweise einige gegenläufige Effekte, die das Wegfallen der Fed und damit des großen Käufers überkompensieren – das jedenfalls legt ein Kommentar eines Asset-Managers für institutionelle Investmentlösungen nahe. So könnte ein fallendes Emissionsvolumen die Renditen drücken. Schließlich antizipieren Anleiheemittenten die sinkende Nachfrage, zeitgleich ist der Finanzierungsbedarf in einem wirtschaftlichen Aufschwung, der ja Voraussetzung für das Tapering ist, nicht mehr so hoch. Gleichzeitig ist ein Substitutionseffekt möglich, der Gelder aus anderen Assets freisetzt, die Bonds begehrter macht und die Renditen drückt. „Wie diese Effekte wirken, ist nicht oder nur schwer prognostizierbar. Deswegen ist es wichtig, dass eine Geldanlage prognosefrei funktioniert und flexibel auf veränderte Situationen umgestellt werden kann“, meint Stürner.

 

Denkanstoß 3: Große Unternehmen gegen großes Ungemach

Was auch immer mit dem Tapering und der vielleicht folgenden Zinserhöhung kommt – die größten Unternehmen am Aktienmarkt sieht Stürner auf Fundamentalebene gut gewappnet. „Der Finanzierungsbedarf bei Large Caps ist nicht besonders hoch, Anleihen oder Kredite spielen nicht so eine große Rolle wie bei den Small Caps. Die Geschäftsmodelle sind weniger zinssensitiv“, erklärt er. „Unternehmen mit einer guten Cash-Quote und einem bewährten Geschäftsmodell können solche Szenarien deshalb gut wegstecken.“

Aus diesem Grund setzt Stürner auch im PEH EMPIRE auf die größten börsennotierten Unternehmen. Zusätzlich lassen sich deren Aktien schnell und leicht über Index-Futures absichern, falls die Kurse trotzdem fallen. „Neben den Fundamentaldaten sind die Makro- und Sentiment-Faktoren entscheidend für die Aktienmärkte. Wir analysieren mit unserer künstlichen Intelligenz deswegen diese drei Scores, um herauszufinden, welcher von ihnen gerade die Märkte bewegt“, erklärt Stürner, der das Tapering für Investoren als nicht unbedingt gefährlich einschätzt, sofern sie eine flexible Strategie besitzen.

Steigendes Sentiment-Risiko: Martin Stürner reduziert Aktien-Exposure um ein Drittel

Steigendes Sentiment-Risiko: Martin Stürner reduziert Aktien-Exposure um ein Drittel

Steigendes Setiment-Risiko: Martin Stürner reduziert Aktien-Exposure um ein Drittel

13 Aug, 2021

PEH Wertpapier AG

Steigendes Sentiment-Risiko: Martin Stürner reduziert Aktien-Exposure um ein Drittel
Noch vor drei Wochen war der PEH Empire-Fonds voll in Aktien investiert. Nun bewegt sich die Aktienquote wieder zwischen 70 und 80 Prozent. Im Gespräch mit Fundview spricht Martin Stürner, Fondsmanager des PEH Empire-Fonds, über herausfordernde Phasen und darüber wie das interne Research-System, der PEH-Score, gerade dann den Allokationsprozess unterstützt.
Nadine Mettenhoven · 12.08.2021

Nachdem der Mischfonds PEH Empire (ISIN: LU0086120648) noch vor wenigen Wochen mit 100 Prozent voll investiert war, wurde die Aktienquote zwischenzeitlich auf 70 Prozent gesenkt. Derzeit befindet sich die Aktienquote in einer stabilen Phase zwischen 70 und 80 Prozent. „Vor drei Wochen waren wir noch mit 100 Prozent voll in Aktien investiert. Die Risiken sind jedoch angestiegen, der Sentiment-Score hat wieder an Einfluss gewonnen, deswegen haben wir die Aktienquote wieder gesenkt und unser Portfolio teilweise abgesichert. Nach Microsoft mit 8,26 Prozent und Apple mit sieben Prozent ist Amazon die drittgrößte Position mit 6,3 Prozent im Portfolio. Knapp die Hälfte der Position haben wir mit Put-Optionen abgesichert – aber nur temporär, weil die Grundkonstellation des Scorings für den Einzeltitel gut ist“, erklärt Martin Stürner, Fonds-Berater des PEH Empire, im Gespräch mit Fundview.

Mit einem starken Fokus auf den Tech-Bereich ist der PEH Empire mit über 90 Prozent brutto in den USA investiert – hier seien die Tech-Titel nach wie vor am besten bewertet. „Im Jahr 2018 waren wir noch jeweils ein Drittel in den USA, Asien und Europa investiert. Die Allokation hat sich jedoch zunehmend in die USA verlagert“, sagt Stürner und ergänzt: „Im Moment ist nicht abzusehen, dass die Schere zwischen europäischen und US-Aktien weiter auseinander geht, aber es ist auch nicht zu erkennen, dass sie sich deutlich schließen wird. Unser System zeigt uns die besten Resultate in den USA.“

Technologie sei aber nicht gleich Technologie: Die Tech-Titel in den USA, Asien und Europa würden aufgrund der unterschiedlichen regionalen Regulierungen deutliche Risikounterschiede aufweisen – vor allem in der asiatischen Region. „Die Regulierungen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Kursentwicklungen werden von unseren Scores erkannt. Ein Beispiel ist Alibaba, dessen Wert sich aufgrund der Regulierungen halbiert hat. Demzufolge wird Alibaba nie in unser Portfolio aufgenommen werden, es sei denn der Titel würde ein deutlich höheres Chancepotential aufweisen, das das Zusatzrisiko durch die Regulierungswut der chinesischen Behörden übertrifft“, erklärt Stürner.

„Eine Inflationsproblematik gibt es bei uns nicht“

Das hauseigene Research-System, der PEH-Score, analysiere und verarbeite täglich Marktinformationen – dabei würden jegliche Emotionen herausgefiltert werden. Typischerweise dominiere der Micro-Bereich im Allokationsprozess des PEH Empire. In den vergangenen zwölf bis 18 Monaten habe es aber immer wieder sehr herausfordernde Phasen gegeben, in denen der PEH-Sentiment-Score das Regiment übernommen habe. „Anhand der Scores werden Marktinformationen objektiv verarbeitet. Zwei Mal täglich werden Analysen durchgeführt und im Risikomanagement integriert. Zwar können wir den Drawdown nicht vermeiden, aber in Umschwungsphasen wie der Pandemie im März 2020 oder der US-Wahl im November 2020, in denen die Märkte bis zu 40 Prozent gefallen sind, lag unser tiefster Drawdown bei 14 Prozent.“

Nun finde ein Paradigmenwechsel statt, meint Stürner und erklärt: „Disruptive Technologien ersetzen in allen Branchen die bestehenden Produkte und Dienstleistungen. Eine Inflationsproblematik gibt es nach unserem Scoring jedoch nicht. Bereits seit langer Zeit liegt der Zins unter einem Prozent und laut unseren Statistiken kommt die Inflation erstmal noch nicht zurück. Wenn sie kommt, dann müssen wir weiterhin nur in Aktien investiert sein, weil hier die meisten Erfolge erzielt werden – das haben die vergangenen Phasen eindrucksvoll bewiesen.

Drei Faktoren, die Investoren trotz aller Inflationsangst nicht vergessen sollten

Drei Faktoren, die Investoren trotz aller Inflationsangst nicht vergessen sollten

Drei Faktoren, die Investoren trotz aller Inflationsangst nicht vergessen sollten

3 Aug, 2021

PEH Wertpapier AG

Drei Faktoren, die Investoren trotz aller Inflationsangst nicht vergessen sollten
Die Inflationsraten steigen in den USA und Europa weiter und machen Investoren nervös. Dabei lassen die hohen Teuerungsraten viele Investoren oft vergessen, dass es durchaus Gründe gibt, die die Inflation erklären. Welche Faktoren Anleger im Hinterkopf behalten sollten.

Wer Hiobsbotschaften rund um die Inflation sucht, der kann sie im Moment zur Genüge finden. So etwa in den USA. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im Juni um ganze 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – und damit deutlich stärker als erwartet. Und: Die Inflation ist damit auf dem höchsten Stand seit dem August 2008. Zumal auch in Europa die Inflationsraten zuletzt über der angestrebten Zwei-Prozent-Marke lagen, in Deutschland war sie mit 2,5 Prozent im Mai so hoch wie seit fast zehn Jahren nicht mehr und lag auch im Juni noch bei 2,3 Prozent.

Die Kapitalmärkte und Investoren reagierten bereits im Mai mit Nervosität, teils mit Anspannung. Das Worst-Case-Szenario scheint real. Die Grundannahme dabei: Die Inflation steigt in Zukunft nachhaltig und stagniert auf hohem Niveau. Da aber die Ökonomie durch die Corona-Krise noch immer angeschlagen ist, können die Notenbanken nicht schnell mit höheren Zinsen gegensteuern – zu groß scheint das Risiko, dass Zinsbewegungen die Finanzierungsbedingungen angeschlagener Unternehmen drastisch verschlechtern und zu Pleitewellen sowie einer Rezession führen.

Das macht viele Investoren nervös, die Angst vor einer Stagflation wächst. „Das ist ja sozusagen die Überlegung, die man mit im Auge haben muss“, meinte auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, in einem Interview mit der Deutschen Welle. Sorgen machte sich Hüther aber nicht. Seine Argumentation ist, dass die Grundannahme einer nachhaltig hohen Inflation unwahrscheinlich ist: „Bisher – und das ist auch meine Einschätzung – überwiegt die, dass es ein vorübergehendes Phänomen ist, wir haben einen Nachruckeleffekt aus der Corona-Situation des vergangenen Jahres.“ Und in der Tat: Im Moment lassen sich die Inflationszahlen noch einigermaßen gut erklären.

 

1. Die Basiseffekte

Der erste Punkt für eine Gegenargumentation sind die schon vielzitierten Basiseffekte, die auch Hüther ins Feld führt: die CO2-Abgabe, steigende Ölpreise, die normalisierte Umsatzsteuer, gestörte Lieferketten. Sie alle würden sich derzeit in Europa nachweisbar auf die Preise auswirken und einen großen Teil der Teuerung erklären. Dazu kommt die wirtschaftliche Ausnahmesituation. „In der Coronakrise wurden weltweit die Produktionsketten unterbrochen und die Wirtschaft heruntergefahren – so eine Situation gab es zuletzt in den Weltkriegen. Der Rebound ist deswegen umso stärker und treibt im ersten Moment auch die Inflation“, erklärt Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE und Vorstand der PEH Wertpapier AG, die aktuellen Auswirkungen der Basiseffekte auf die Inflationszahlen.  

 

2. Die Konjunkturprogramme

Das Geldmengenwachstum, das durch die expansive Politik von EZB und FED ausgelöst wurde und häufig als Grund für höhere Inflationsraten genannt wird, muss differenziert betrachtet werden. In Europa gewährten die Regierungen Kredite und Garantien für Unternehmen, die die Inflation nur wenig nach bewegten. Anders war es in den USA: hier bekamen Haushalte Konsumchecks oder Steuererleichterungen, die die Inflation über einen angekurbelten Konsum direkt antreiben konnten. Die Konsumausgaben stiegen deshalb schon im März kräftig an, die Inflation zog dementsprechend nach. Und das erklärt laut diverser Analysten die für den Moment höheren Inflationsrate in den USA.

 

3. Überreaktion der Märkte

Seit Wochen steht die Teuerung im Fokus der Investoren. Studien zeigen aber auch, dass Kapitalmärkte auf manche Nachrichten mit Übertreibung reagieren. Das könnte auch bei der Inflation so sein. Die Zahlen für die Breakeven-Inflation jedenfalls, die sich aus der Differenz zwischen der Rendite einer nominalen und einer inflationsgebundenen Anleihe ergibt, zeigen nämlich, dass der Markt ab dem kommenden Jahr bis in zehn Jahren eine Inflationsrate von rund 2,50 Prozent für die USA einpreist. Gleichzeitig berechnen Ökonomen meist nur eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent für den Zeitraum ab 2022 – viele Investoren könnten also einem Trugschluss aufgesessen sein und im Prognosedschungel die Inflation überbewerten. Das sieht auch Martin Stürner so. „Anleger sollten sich an den gegenwärtigen und wirklich messbaren Daten orientieren und nicht wegen Hypothesen die aktuelle Marktphase vergessen“, meint Stürner, der in seinem Fonds auf ein tagesaktuelles Bewertungssystem aus Mikro-, Makro- und Sentiment-Faktoren setzt.

 

Rückbesinnung benötigt

Das Szenario einer höheren Inflation und dann steigender Zinsen will IW-Direktor Hüther auch wegen der oben genannten Gründe nicht zu hoch hängen – selbst besser verzinste Staatsanleihen würden in diesem Szenario real noch immer Verluste einbringen. Kurzfristige Hauruck-Aktionen wegen der steigenden Inflation sieht Hüther kritisch. „Man kann das auch anders machen, man kann in Aktien gehen, man kann in Immobilien gehen. Man muss sich überlegen, dass man ein wirklich breites Portfolio hat, und man hat ja auch eigentlich lange Zeit im Leben“, sagte Hüther im Interview. Auch Stürner hält ebenfalls nicht viel von aktionistischen Investments. Trends würden sich erst materialisieren, wenn sie in den mikroökonomischen, makroökonomischen und Sentiment-Daten sichtbar werden. Und erst dann sei auch ein Eingriff angebracht: „Wenn die Märkte wirklich durch ein Inflations-Sentiment oder nachhaltige Inflationsdaten getrieben werden, dann wird das auch in den Indikatoren sichtbar. Dann können Investoren und ich als Fondsmanager reagieren – vorher sind Prognose- und Emotionsfreiheit sowie Flexibilität die wichtigsten Gebote.“

Guter Fondsmanager, schlechter Fondsmanager: Die Probleme mit der Performance-Persistenz

Guter Fondsmanager, schlechter Fondsmanager: Die Probleme mit der Performance-Persistenz

Guter Fondsmanager, schlechter Fondsmanager: Die Probleme mit der Performance-Persistenz

30 Jul, 2021

PEH Wertpapier AG

Guter Fondsmanager, schlechter Fondsmanager: Die Probleme mit der Performance-Persistenz
Ein langer und positiver Track Record gilt in der Fondsbranche als erstrebenswert, gleichzeitig predigen nicht nur Verbraucherschützer, dass vergangene Performances nicht zukünftigen Performances gleichkommen. Gibt es unter den aktiven Managern überhaupt welche, die langfristig erfolgreich sind? Die Wahrheit ist nicht so klar, wie Investoren denken könnten.

Martin Stürner kann eigentlich zufrieden sein. Seit Anfang Juli liegt nun auch ein 5-Jahres-Track-Record für den von ihm gemangten PEH EMPIRE vor. Die normalerweise vermögensverwaltende Mischfonds-Strategie konnte es während der vergangenen fünf Jahre in Sachen Performance sogar mit dem DAX aufnehmen, verzeichnete gleichzeitig aber eine signifikant niedrigere Volatilität. „Damit haben wir unser Ziel mehr als erreicht. Und dass dieser Erfolg nun auch im langfristigen Track Record sichtbar wird, macht es natürlich umso besser“, erklärt Stürner mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre.

Dass Stürner überhaupt so einen großen Wert auf die fünf Jahre Track Record legt, ist eine der wohlbekannten Eigenheiten der Finanzbranche. Zwar ist überall und immer in Disclaimern und Hinweisen zu lesen, dass vergangene Wertentwicklungen keinen Hinweis oder gar eine Garantie für die zukünftige Entwicklung sind, doch trotzdem ist gerade für Asset-Manager wichtig, dass die in Factsheets oder bei Datenanbietern obligatorischen Felder für die Performance in den vergangenen ein, drei, fünf und manchmal sogar zehn Jahren ausgefüllt sind. Denn viele Investoren, so der Glaube, schauen noch immer auf diese Daten – trotz Disclaimer und diverser Hinweise, besonders bei aktiv gemanagten Fonds. „Je länger sich ein Fondsmanager beweist, desto mehr Vertrauen vermittelt das – dabei geht es vor allem um Kontinuität“, erklärt Stürner.

 

Gut wird nicht schlecht

Aber ist das wirklich gerechtfertigt? Oder verraten die Zahlen nicht vielleicht doch etwas? Die Kapitalmarktforschung streitet schon recht lange über die Frage rund um die Performance-Persistenz. Und sie kommt dabei mindestens genauso lange auf unterschiedliche Antworten. Besonders hartnäckig hielt sich aber eine Studie aus dem Jahr 1997. Ihre Aussage: Die Performance des Vorjahres helfe sehr wohl bei der Aussage darüber, wie ein Mischfonds im folgenden Jahr performt. „Der Kauf von Investmentfonds des besten Dezils des letzten Jahres und der Verkauf von Fonds des schlechtesten Dezils des letzten Jahres ergibt eine Rendite von acht Prozent pro Jahr“, schrieb Autor Mark M. Carhart über seine Studienergebnisse aus den Jahren 1963 bis 1993. Erklären konnte Carhart die Ergebnisse vor allem mit dem Momentum – fast fünf Prozent der Rendite kamen aus dieser Quelle.

Eine neue Studie widerlegt die Ergebnisse allerdings und legt nahe, dass die Effekte in den kurzen Zeitabständen bereits zur Zeit der Carhart-Studie langsam verschwanden. Demnach ergäbe es keinen Sinn mehr, die letztjährige Performance von Fonds auszuwerten. „Wenn überhaupt, scheint man in den letzten zwei Jahrzehnten etwas schlechter abzuschneiden, wenn man den vergangenen Renditen von Investmentfonds nachjagt“, sagt James Choi, Finanzprofessor an der Yale School of Management. „In den letzten 40 Jahren hat es das Carhart-Persistenz-Phänomen nicht gegeben, aber niemand hat untersucht, ob die Carhart-Ergebnisse für unsere heutigen Anlageentscheidungen noch relevant sind.“ Das sei jedoch fahrlässig, weil sich die Märkte in den letzten 30 Jahren extrem verändert hätten.

Auch wenn die Frage um die kurzfristige Persistenz über einen Zeitraum von einem Jahr also noch immer diskutiert wird, scheint es bei längeren Zeiträumen zumindest eine klare Tendenz zu geben: Schlechte Fonds bleiben langfristig schlecht. Das war bereits in der Carhart-Studie zu erkennen und wurde auch in den vergangenen Jahren durch weitere Untersuchungen bestätigt. Im Umkehrschluss sei eine Überperformance über einen längeren Zeitraum – wie in den von Stürner erreichten 5 Jahren – zwar kein Garant für eine weitere Überperformance, wohl aber ein Hinweis darauf, dass der Fonds zumindest nicht in eine Underperformance abrutschen dürfte.

 

Lieber Large, als unerfolgreich

Für die Experten des Finanzblogs Financial Pipeline, die nach eigenen Angaben allesamt aus der Finanzbranche stammen, ist die Sache recht klar: „Unserer Ansicht nach ist eine lange Erfolgsbilanz ein viel nützlicherer Anhaltspunkt als eine kurzfristige Fondsperformance, um die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Erfolgs zu beurteilen.“ Gründe dafür seien die widersprüchlichen, eher aber Persistenz-verneinenden Studienergebnisse bei kurzfristigen Betrachtungszeiträumen: „Statistisch gesehen ist die Beziehung zwischen vergangener und zukünftiger Performance von Investmentfonds für längere Zeiträume am stärksten“, fassen die Experten zusammen. Zusätzlich würden sich Investmentrisiken über einen längeren Zeitraum reduzieren, in dem außerdem ganze Marktzyklen einberechnet werden können und sich zeitweise Überperformances wegen kurzfristig erfolgreicher Investmentstile neutralisieren. Eine andere Studie vom indischen Aktienmarkt deutet daraufhin, dass eine langfristig positive Persistenz eher bei Large Caps zu finden sei, weniger dagegen bei Mid Caps. Bei Small Caps ergab sich gar eine negative Persistenz. Klar ist aber auch: Wenn mehrere Studien schon über die Persistenz uneinig sind, lässt sich eine abschließende Antwort auch nicht in einem Artikel finden.

Für Fondsmanager Martin Stürner ist das inzwischen gefüllte Feld der Fünf-Jahres-Performance aber trotzdem wichtig – gerade weil auch er auf Large Caps und die von ihm selbst angesprochene Kontinuität setzt. „Das Ziel ist jetzt natürlich, diese Kontinuität weiter zu bestätigen, um einen ebenfalls positiven Track Record für zehn Jahre zu erhalten“, erklärt Stürner, der sich dafür gut aufgestellt sieht. Sein Argument sind die unzähligen Daten, die täglich ausgewertet werden und ihm damit durchgehend Hinweise für die richtige Allokation liefern – manchmal auf Mikro- und manchmal auf Makro- oder aber Sentiment-Ebene. „Wir wollen durch unseren systematischen Ansatz eben nicht auf gewisse Marktphasen oder gewisse Strategien setzen, sondern stets die richtige Allokation für einen langfristigen Erfolg finden.“ Die kommenden fünf Jahre werden zeigen, ob ihm das gelingt.

 

Quelle: CAPinside

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

7 Jul, 2021

PEH Wertpapier AG

Stürner Spontan #9: Von Sektorrotationen, der Europameisterschaft und China

Europameisterschaft und China – das schließt sich eigentlich gegenseitig aus. Und trotzdem griff Martin Stürner, Fondsmanager und Vorstand von der PEH Wertpapier AG, nach seinem runden Geburtstag zum Hörer, um mit CAPinisde-CMO Markus Hujara genau über dieses Thema zu sprechen. Denn auch im türkischen Istanbul und trotz des schlechten Empfangs ist Hujara aufgefallen, dass bei den EM-Spielen viele chinesischen Schriftzeichen am Rand des Spielfelds auftauchen. Ist das schon ein kleiner Hinweis darauf, dass uns das chinesische Jahrhundert bevorsteht? Der Schein kann trügen. Genauso wie bei Anleihen – Stürner schließt sie in seinem Fonds PEH EMPIRE seit Jahren aus. Alle Hintergründe hören Sie in der neuen und ziemlich internationalen Folge von Stürner Spontan. Und eins versprechen wir: Im Gespräch zeigen Stürner und Hujara im Gegensatz zu manch einem von Jogis Jungs vollen Einsatz.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Interview.

 

Quelle: CAPinside

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

24 Jun, 2021

PEH Wertpapier AG

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte
Die Kräfte in diesem Jahr sind klar verteilt: Value ist zurück, die Tech- und Growth-Aktien hängen ihren eigenen Ansprüchen aus der vergangenen Dekade hinterher. Zuletzt kauften aber wieder mehr Fondsmanager Werte wie Amazon. Was jetzt für Big Tech spricht – und warum Investoren trotzdem flexibel bleiben müssen.

Die Nachricht dürfte einige Investoren gefreut haben: Amazon war zuletzt so günstig wie schon lange nicht mehr: Denn: seit fast einem Jahr hat die Aktie eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Der Preis pendelte seit Juli 2020 meist zwischen 2.600 und 2.900 Euro – während die Umsätze und Gewinne nach der Corona-Krise kräftig weiterwuchsen. Das führte summa summarum zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 60. So niedrig war die Bewertung der Amazon-Aktie seit 2011 nicht mehr. Doch woran liegt das?

Für die meisten Marktteilnehmer dürfte der Grund dafür klar sein: die Sektorrotation, die die Tech-Werte wie Amazon arg in Mitleidenschaft zog. Durch die Aussicht auf einen Post-Corona-Boom und sich stetig verbessernde Konjunkturwerte rückten Value-Aktien stattdessen in den Vordergrund. Investoren setzten auf die unterbewerteten Titel und hofften auf die ‚Mean Reversion‘. Zur Erinnerung: dieses Phänomen bezeichnet die These, dass sich etwa Preise oder Bewertungen an Kapitalmärkten bei Ausschlägen langfristig immer ihrem langfristigen Mittel annähern. Nachdem die Value-Titel aber trotz Unterbewertung eine Dekade lang abgestraft wurden, hat der Wind nun gedreht. Die schon hoch bewerteten Tech-Aktien fielen hintenüber. „Die Kurse vieler zyklischer Value-Werte sind aber schneller gewachsen, als es die zugrundeliegenden Fundamentaldaten begründen könnten“, meint Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE.

Gar nicht so teuer?

Nicht nur wegen der Value-Situation bleibt die Lage bei Aktien wie Amazon deshalb interessant. „Die Quartalsergebnisse haben eigentlich immer wieder gezeigt, dass das Geschäftsmodell der gesamten Tech-Werte intakt ist“, meint auch Stürner. So steigerte Amazon beispielsweise in den letzten 12 Monaten in jedem Quartal seinen Umsatz und Gewinn, während die Aktie im Korridor zwischen 2.600 und 2.900 Euro stecken blieb. Auch Alphabet, Microsoft oder Apple überzeugten mit ihren Zahlen, mussten auf Kursseite aber Abstriche hinnehmen.

Das führte dazu, dass die hohe Bewertung der Tech-Aktien, die auch als ein Grund für die Rotation an den Märkten ausgelegt wurde, gar nicht mehr so hoch ist, wie vielfach behauptet wird. Auch die Marktstrategin Elyse Ausenbagh von JP Morgan erklärte im Fernsehen der Nachrichtengruppe Bloomberg: „Schauen Sie sich die fünf größten Aktien im S&P 500 an, denn sie werden zu Bewertungen gehandelt, die im Verhältnis zu ihrer Historie gar nicht so unangenehm sind.“ Die Daten von Bloomberg zeigen, was die Strategin meint: Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der fünf größten Tech-Werte lagen zuletzt auf Fünf-Jahres-Sicht sogar leicht unter dem Durchschnitt.

Tech zurück in den Portfolios

Und mit diesen Gedanken scheinen sich auch immer mehr Fondsmanager und Kollegen von Stürner wieder anfreunden zu können. So zeigte die jüngste Ausgabe der Global Fund Manager Survey von der Bank of America, dass die Fondsmanager zuletzt wieder mehr auf Tech-Aktien setzten. Von rund elf Prozent stieg ihr Anteil demnach auf 22 Prozent für den Juni. Gleichzeitig rechnen die Fondsmanager damit, dass die Tech-Werte auch in den nächsten vier Jahren zu den am besten performenden Assets gehören dürften – übrigens genauso wie Value-Aktien. Allein auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Mean-Reversion-Strategien scheinen sich die Finanzprofis also nicht zu verlassen.

Auch Fondsmanager Stürner will sich in seinem breiten Fonds deswegen weder auf die Tech-Aktien noch auf Value-Werte, KGV-Spielerein oder Mean-Reversion-Thesen festlegen: „Durch den Digitalisierungszwang und die strukturellen Trends sind Technologiewerte derzeit noch immer in der Pole Position“, erklärt Stürner. Allerdings würden nicht immer nur die Wachstumsraten die Märkte bestimmen. In seiner Titelauswahl setzt der Fondsmanager deswegen auf drei Scores für die Bereiche Mikro, Makro und Sentiment, die täglich aus unzähligen Daten berechnet werden. Er schränkt mit Blick auf die gigantische Menge an Marktdaten ein: „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis kann ein guter Indikator sein – manchmal sind es aber eben auch Infektionszahlen. Als Aktieninvestor zahlt sich deswegen eine gewisse Flexibilität und Prognosefreiheit aus.“

 

 

Quelle: CAPinside