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Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte

24 Jun, 2021

PEH Wertpapier AG

Trotz Value-Outperformance: Darum kaufen Fondsmanager wieder Tech-Werte
Die Kräfte in diesem Jahr sind klar verteilt: Value ist zurück, die Tech- und Growth-Aktien hängen ihren eigenen Ansprüchen aus der vergangenen Dekade hinterher. Zuletzt kauften aber wieder mehr Fondsmanager Werte wie Amazon. Was jetzt für Big Tech spricht – und warum Investoren trotzdem flexibel bleiben müssen.

Die Nachricht dürfte einige Investoren gefreut haben: Amazon war zuletzt so günstig wie schon lange nicht mehr: Denn: seit fast einem Jahr hat die Aktie eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Der Preis pendelte seit Juli 2020 meist zwischen 2.600 und 2.900 Euro – während die Umsätze und Gewinne nach der Corona-Krise kräftig weiterwuchsen. Das führte summa summarum zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 60. So niedrig war die Bewertung der Amazon-Aktie seit 2011 nicht mehr. Doch woran liegt das?

Für die meisten Marktteilnehmer dürfte der Grund dafür klar sein: die Sektorrotation, die die Tech-Werte wie Amazon arg in Mitleidenschaft zog. Durch die Aussicht auf einen Post-Corona-Boom und sich stetig verbessernde Konjunkturwerte rückten Value-Aktien stattdessen in den Vordergrund. Investoren setzten auf die unterbewerteten Titel und hofften auf die ‚Mean Reversion‘. Zur Erinnerung: dieses Phänomen bezeichnet die These, dass sich etwa Preise oder Bewertungen an Kapitalmärkten bei Ausschlägen langfristig immer ihrem langfristigen Mittel annähern. Nachdem die Value-Titel aber trotz Unterbewertung eine Dekade lang abgestraft wurden, hat der Wind nun gedreht. Die schon hoch bewerteten Tech-Aktien fielen hintenüber. „Die Kurse vieler zyklischer Value-Werte sind aber schneller gewachsen, als es die zugrundeliegenden Fundamentaldaten begründen könnten“, meint Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE.

Gar nicht so teuer?

Nicht nur wegen der Value-Situation bleibt die Lage bei Aktien wie Amazon deshalb interessant. „Die Quartalsergebnisse haben eigentlich immer wieder gezeigt, dass das Geschäftsmodell der gesamten Tech-Werte intakt ist“, meint auch Stürner. So steigerte Amazon beispielsweise in den letzten 12 Monaten in jedem Quartal seinen Umsatz und Gewinn, während die Aktie im Korridor zwischen 2.600 und 2.900 Euro stecken blieb. Auch Alphabet, Microsoft oder Apple überzeugten mit ihren Zahlen, mussten auf Kursseite aber Abstriche hinnehmen.

Das führte dazu, dass die hohe Bewertung der Tech-Aktien, die auch als ein Grund für die Rotation an den Märkten ausgelegt wurde, gar nicht mehr so hoch ist, wie vielfach behauptet wird. Auch die Marktstrategin Elyse Ausenbagh von JP Morgan erklärte im Fernsehen der Nachrichtengruppe Bloomberg: „Schauen Sie sich die fünf größten Aktien im S&P 500 an, denn sie werden zu Bewertungen gehandelt, die im Verhältnis zu ihrer Historie gar nicht so unangenehm sind.“ Die Daten von Bloomberg zeigen, was die Strategin meint: Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der fünf größten Tech-Werte lagen zuletzt auf Fünf-Jahres-Sicht sogar leicht unter dem Durchschnitt.

Tech zurück in den Portfolios

Und mit diesen Gedanken scheinen sich auch immer mehr Fondsmanager und Kollegen von Stürner wieder anfreunden zu können. So zeigte die jüngste Ausgabe der Global Fund Manager Survey von der Bank of America, dass die Fondsmanager zuletzt wieder mehr auf Tech-Aktien setzten. Von rund elf Prozent stieg ihr Anteil demnach auf 22 Prozent für den Juni. Gleichzeitig rechnen die Fondsmanager damit, dass die Tech-Werte auch in den nächsten vier Jahren zu den am besten performenden Assets gehören dürften – übrigens genauso wie Value-Aktien. Allein auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Mean-Reversion-Strategien scheinen sich die Finanzprofis also nicht zu verlassen.

Auch Fondsmanager Stürner will sich in seinem breiten Fonds deswegen weder auf die Tech-Aktien noch auf Value-Werte, KGV-Spielerein oder Mean-Reversion-Thesen festlegen: „Durch den Digitalisierungszwang und die strukturellen Trends sind Technologiewerte derzeit noch immer in der Pole Position“, erklärt Stürner. Allerdings würden nicht immer nur die Wachstumsraten die Märkte bestimmen. In seiner Titelauswahl setzt der Fondsmanager deswegen auf drei Scores für die Bereiche Mikro, Makro und Sentiment, die täglich aus unzähligen Daten berechnet werden. Er schränkt mit Blick auf die gigantische Menge an Marktdaten ein: „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis kann ein guter Indikator sein – manchmal sind es aber eben auch Infektionszahlen. Als Aktieninvestor zahlt sich deswegen eine gewisse Flexibilität und Prognosefreiheit aus.“

 

 

Quelle: CAPinside

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

April 1, 2021

PEH Wertpapier AG

Growth oder Value? Welche Faktoren die neue Runde des ewigen Duells entscheiden könnten

Hinter dem Aktienmarkt liegt eine absolute Growth-Dekade – Wachstumswerte schlugen die Value-Konkurrenten meist deutlich. Nun fängt der Kapitalmarkt aber an zu rumoren. Geht die Auseinandersetzung zwischen Value und Growth in eine andere Richtung? Was jetzt wichtig wird.

Wer derzeit täglich die Entwicklung seines Aktiendepots verfolgt, dürfte hin und her gerissen sein von den jüngsten Entwicklungen. Denn an den Märkten ringen Value und Growth miteinander. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. Die gerade von institutionellen Investoren fast ausschließlich als Benchmark benutzten Russell-Indizes machen beispielsweise in ihren Value- und Growth-Ausprägungen klar, wie groß der Abstand zwischen den beiden Investmentstilen ist. Während die von Warren Buffett so innig geliebten Value-Werte im Russell 1000 Value eine annualisierte 10-Jahres-Rendite von rund 10,65 Prozent erreichten, machte im gleichen Zeitraum das Äquivalent namens Russell 1000 Growth jährlich einen durchschnittlichen Satz von etwa 16 Prozent nach vorne. Auch die MSCI-Indizes zeigen die deutliche Outperformance der Growth-Werte.

In den vergangenen Wochen und Monaten wendete sich das Blatt aber – plötzlich traten die klassischen Value-Branchen hervor. Banken, Energiekonzerne, Konsumgüter und Industriewerte waren plötzlich wieder gefragt. Gleichzeitig wiesen einige Finanzdienstleister auf die sinkende Korrelation zwischen Aktien hin, was heißt, dass deren Entwicklungen inzwischen deutlich voneinander abweichen. Gleichzeitig driften die Streuungen und damit die Unterschiede zwischen den Maximal- und Minimalrenditen einzelner Aktien auseinander. Das macht das Umfeld am Aktienmarkt für Fondsmanager und Investoren nicht unbedingt einfacher – auf welche Faktoren achten die Börse also in einer Transformationsphase von der Growth-Ära hin zu einem Value-Aufleben?

 

1. Welche makroökonomischen Faktoren entscheidend sind

Auslöser für die zuletzt mitunter erratischen Bewegungen an den Kapitalmärkten waren  die langsam, aber stetig ansteigenden Renditen der US-Treasuries. Denn der Weg ist damit nicht weit zu einem bisher verlässlichen Mantra: bei höheren Zinsen profitieren klassischerweise Value-Titel. „Die deutliche Bewegung im amerikanischen Zinsmarkt führte dazu, dass es viele Gewinnmitnahmen bei Aktien gab“, bestätigt auch Martin Stürner, Vorstand bei der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE, merkt aber gleichzeitig an: „Steigende Zinsen wären inzwischen nicht mehr unbedingt schlecht für Growth-Werte. Gerade im Tech-Bereich sind die Firmen nicht mehr fremdfinanziert, sondern eher regelrechte Cashmaschinen.“ Um Entwicklungen, wie die Aktienmärkte sie gerade durchleben, trotzdem frühzeitig zu erkennen, setzt Stürner auf eine tagesaktuelle Analyse von einem Score, der sich aus den Bereichen Makro, Mikro und Sentiment zusammensetzt.

Eine Prognose möchte Stürner deshalb nicht abgeben, vielmehr verlässt er sich auf die Signale seines quantitativen Modells. Ein entscheidender Faktor, der dabei neben den Zinsen wichtig werden dürfte, ist laut vielen Marktbeobachtern auch die ebenfalls seit Anfang des Jahres anspringende Inflation, die ebenfalls eher für Substanzwerte spricht. Und auch die makroökonomischen Entwicklungen spielen in diesem Wirkungsfeld eine Rolle – zwar erhöhte der IWF seine Prognose zum Wirtschaftswachstum, gleichzeitig kämpfen aber noch viele Länder mit der Corona-Pandemie und Lockdowns.

 

2. Was die Unternehmensdaten verraten

So heftig die Unternehmen auch noch im ersten Halbjahr 2020 getroffen wurden, die Erholung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ging schnell von Statten. Viele Unternehmen übertrafen ihre vorher noch gekürzten Prognosen, und gerade die Growth-Werte überzeugten mit stabilen Cashflows und Gewinnen. Unternehmen aus Value-Sektoren, die schon vor der Pandemie fundamental schlechter dastanden, konnten ihre Fundamentaldaten seitdem nicht signifikant verbessern – auf Mikro-Ebene gibt es deshalb wenig Bewegung. Solange sich das nicht ändert, scheint auch eine langfristige Rotation von Growth in Value unwahrscheinlich.

„Unser Mikro-Score zeigt bisher keine Veränderung an, weil die realen Fundamentaldaten der Value-Werte die letzte Marktbewegung nicht unterstützen können“, meint Stürner mit Blick auf die noch immer gute und mit den Zahlen aus dem vierten Quartal 2020 eher noch verbesserte Lage von Growth-Werten – etwa aus dem Tech-Bereich. Der Rücksetzer in der Bewertung könnte also wohlmöglich eher als Kaufchance taugen.

 

3. Warum auch das Sentiment entscheidend ist

„Während noch immer Lockdowns und hohe Fallzahlen  auf der Marktstimmung lasten, zeigt sich ein gewisser Risikoappetit unter Anlegern – angetrieben durch die Aussicht auf diverse Hilfspakete durch die Politik“, analysierte etwa Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Gleichzeitig bleiben aber auch Bedenken wegen der Corona-Pandemie, heiß gelaufener Märkte und der makroökonomischen Entwicklungen.

So zeigte sich etwa der renommierte Fear & Greed Index von CNN reichlich unentschlossen und schoss zwischen Gier und Angst hin und her. Allein seit Jahresbeginn wechselte er ein halbes Dutzend Mal die Seiten. Value oder Growth – so richtig will sich noch niemand festlegen. Sollte es aber so weit kommen, könnte das Auswirkungen haben. „Auch wir haben in unseren Scores gesehen, dass das Sentiment der Marktteilnehmer wichtiger wird und die Märkte berührt“, erklärt Stürner mit Blick auf seinen Sentiment-Score. Die aktuellen Verwerfungen machen ihm aber keine Sorgen: „Sollte sich wirklich ein Trendumschwung ergeben, werden wir das in unseren Scores erkennen und entsprechend reagieren.“

 

Quelle: CAPinside

Stürner Spontan #8: Weniger Mittelmaß und mehr vom Besten – was bringt 2021?

Stürner Spontan #8:

Weniger Mittelmaß und mehr vom Besten – was bringt 2021?

Januar 12, 2021

PEH Wertpapier AG

Stürner Spontan #8: Weniger Mittelmaß und mehr vom Besten – was bringt 2021?

Das Jahr ist noch jung. Und doch beschäftigen CAPinside-CMO Markus Hujara schon eine Menge Dinge. Da sind zum einen die hochgesteckten Neujahrsvorsätze, gleichzeitig aber auch die Unruhen in den USA und zum anderen das Rumoren um chinesische (Tech-)Aktien. Genug, um Hujara zum Hörer greifen zu lassen, um einen altbekannten Gesprächspartner um Rat zu bitten: Martin Stürner, Vorstand bei der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE. Gemeinsam sprechen Stürner und Hujara über die Dinge, die beide und auch die Märkte beschäftigen – in der ersten Folge Stürner Spontan im neuen Jahr 2021.

Quelle: CAPinside

 

Link zu CAPinside PODCAST

Lieber reagieren statt agieren: Warum Kapitalmarktprognosen nutzlos sind

Lieber reagieren statt agieren:

Warum Kapitalmarktprognosen nutzlos sind

Dezember 22, 2020

PEH Wertpapier AG

Lieber reagieren statt agieren: Warum Kapitalmarktprognosen nutzlos sind

Die Jahresendzeit ist Prognosezeit. Auch im Finanzmarkt. Doch richtigen Mehrwert bieten die vermeintlichen Blicke in die Zukunft meistens nicht. Warum Investoren und Berater den Prognosedschungel ignorieren sollten und weshalb die Vorhersagen sogar hinderlich sein können.

Der elektronische Posteingang eines Finanzjournalisten quillt am Jahresende regelmäßig über. Prognose über Prognose flattert als Mail hinein. Wo steht der DAX in einem Jahr und wo die NASDAQ? Knackt der Bitcoin weiter fulminant seine Allzeithochs, und geht es für Gold wieder bergab? Fast alle Asset-Manager, Banken oder Analysehäuser verkünden das, was sie für das kommende Jahr erwarten und wo die Anleihemärkte, Aktien-Indizes und andere Anlageklassen sich jeweils am Jahresende einpendeln könnten.

Dieses Jahr erwarten die Deutsche Bank, die DZ Bank und die Hessische Landesbank unisono einen DAX-Stand von 14.000 Punkten bis zum Jahresende 2021, auch 15.500 Punkte halten optimistische Marktteilnehmer für möglich. Auffällig ist: Fast immer sind die Prognosen positiv, der durchschnittlich erwartete Jahresendstand für den DAX liegt noch immer rund vier Prozent über den aktuellen Indexständen und damit deutlich im Plus. Auch bei anderen Indizes scheint der Optimismus stets zu überwiegen. Und das Gefühl der eher positiven Aussichten trügt nicht.

Potenziell falsch: Prognosen

Eine aktuelle Untersuchung der Sutor Bank am Beispiel des DAX zeigt, dass die durchschnittliche Wachstumserwartung der Finanzmarktteilnehmer in den letzten 20 Jahren nur ein einziges Mal negativ war. Alle anderen durchschnittlichen Jahresprognosen gingen von einer positiven oder einer zumindest gleichbleibenden Wertentwicklung aus.

Auch negative Vorerfahrungen blendet der Finanzsektor dabei aus: „Während Analysten offensichtlich dazu neigen, nach einer positiven Jahresentwicklung auch für das Folgejahr einen positiven Trend zu prognostizieren, schreiben sie nach einem negativen Jahr den Trend für das Folgejahr nicht negativ fort“, erklärt Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank.

Dementsprechend waren viele der DAX-Prognosen auch schlichtweg falsch. Der deutsche Leitindex notierte innerhalb der letzten 20 Jahre nämlich gleich sechs Mal im Minus, nur einmal wurde diese Entwicklung von den durchschnittlichen Expertenmeinungen vorhergesehen. Insgesamt gab es bloß in zwei Jahren eine Diskrepanz zwischen der durchschnittlichen DAX-Prognose von Analysten und tatsächlicher DAX-Entwicklung, die unter zwei Prozentpunkten lag. Die Prognosen lieferten inhaltlich also fast nie einen Mehrwert und dienen laut Neumann allerhöchstens als „Möhre für Anleger“.

Ähnliche Studienergebnisse veröffentlichte auch die University of Oxford auf Einzeltitelebene. Auch hier lagen Analysten größtenteils falsch. Problematisch wird es, wenn sich Berater und Investoren auf diese kurzfristig saftigen Möhren stürzen und ihr Depot daran ausrichten. Selbst bei Fonds kann das Vertrauen in Prognosen verheerende Folgen haben. Viele Fondsportfolios sind mittelfristig auf Kapitalmarktprognosen oder Analysen von Einzelaktien ausgerichtet, die offensichtlich selten ins Schwarze treffen. „Die beste Prognose ist, keine Prognose zu haben. Das hat die Vergangenheit ja auch gezeigt“, meint Martin Stürner, Vorstand der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE.

Nicht wissen ist nicht schlimm

Schließlich wurden auch in diesem Jahr alle Prognosen verfehlt, als die Corona-Pandemie die Märkte auf Talfahrt schickte und sie nur wenig später wieder auf Rekordjagd gingen. Fondskonzepte, die sich auf makroökonomische Prognosen beriefen, waren schnell ob der großen Unsicherheit aufgeschmissen. Martin Stürner hat für seinen Fonds besonders wegen eben solcher Situationen einen anderen Ansatz gebaut: „Wir müssen uns nicht an irgendwelchen Prognosevorgaben entlanghandeln, sondern konnten und können durch unsere emotionslose und prognosefreie Strategie auf solche Entwicklungen schnellstmöglich reagieren.“ Möglich macht das ein quantitatives System auf Basis einer künstlichen Intelligenz, die tagtäglich Millionen von Datensätze auswertet.

Die Erkenntnisse fasst der Ansatz in Scores zusammen, die in Mikro-, Makro- und Sentiment-Daten aufgeteilt werden. Je nachdem, welcher Score gerade den größten Einfluss auf die Märkte ausübt, wird das Portfolio des PEH EMPIRE innerhalb eines Tages aktualisiert – möglich macht das auch der Einsatz von Derivaten. „Wir können so auch schnell die Aktienquote anpassen, ohne an irgendwelche Prognosen gebunden zu sein“, erklärt Stürner. In der Corona-Krise begrenzte das etwa die extrem schnellen Verluste am Anfang der Pandemie und brachte Stürner und seinen Investoren die Rendite des Aktienmarktes bei einem deutlich geringeren maximalen Drawdown.

Dass Investoren sich trotzdem zu sehr auf Prognosen verlassen, erlebt auch Stürner im täglichen Geschäft. Selbst im Umgang mit Kunden kommt häufig die Nachfrage zu DAX-Kurszielen oder der Entwicklung des Tech-Sektors. In diesen Fällen verweist Stürner dann auf seinen prognosefreien Fonds-Ansatz: mehr Reaktion, weniger blinde Aktion. „Wir bei PEH – und vermutlich auch alle anderen – können nämlich nicht sagen, wohin der Markt laufen wird. Aber wir können mit dem PEH EMPIRE eine Struktur bieten, die auf alle Marktentwicklungen reagieren kann“, erklärt Stürner und ergänzt: „Aus unserem Hause wird es deswegen keine Prognose mehr geben. Dafür aber den Ratschlag und ein markterprobtes Modell ganz ohne den Blick in die Glaskugel.“

 

Quelle: CAPinside

War was? Das verrückte Aktienjahr zeigt, welchen Fehler Berater ihren Kunden unbedingt austreiben müssen

War was? Das verrückte Aktienjahr zeigt, welchen Fehler Berater ihren Kunden unbedingt austreiben müssen

Dezember 18, 2020

PEH Wertpapier AG

War was? Das verrückte Aktienjahr zeigt, welchen Fehler Berater ihren Kunden unbedingt austreiben müssen

Auf der einen Seite eine historische Wirtschaftskrise, auf der anderen durchschnittliche Jahresrenditen für die wichtigsten Aktienindizes. Das Jahr 2020 war ein Jahr voller Gegensätze – und dabei machten viele Investoren einen altbekannten Fehler.

Der Jahresrückblick auf die Aktienmärkte klingt reichlich unspektakulär. Der Dax beispielsweise steht im Vergleich zum Jahresbeginn auf einem ähnlichen Niveau von rund 13.250 Punkten. Auch andere Indizes lieferten wenig Überraschungen. Wie fast schon immer performten die US-Märkte ein bisschen besser als der biedere deutsche Standardindex, so liegt der S&P 500 bei einer Year-to-Date-Rendite von über zehn Prozent. Und na klar, auch das hat sich in 2020 im Vergleich zu 2019 nicht geändert: Die Tech-Werte im Nasdaq schlugen den breiten Aktienmarkt deutlich, der Index der Tech-Börse brachte immerhin eine überdurchschnittliche Performance von rund 40 Prozent.

So weit, so normal. Die Zahlen sehen schließlich nach einem durchschnittlichen Jahr aus. Auch Martin Stürner, Vorstand der PEH Wertpapier AG und Fondsmanager des PEH EMPIRE stellt fest: „Laut den Zahlen ist eigentlich nichts passiert. Dabei war es wahrscheinlich das ungewöhnlichste Jahr überhaupt am Aktienmarkt.“ Für Stürner besonders wichtig dabei: Sein emotionsloser sowie flexibler Ansatz bewährte sich – trotz des nie dagewesenen Umfelds. Die Mischung aus einem quantitativen Modell und der tagesaktuellen Portfolioanpassung stellten die Faktoren Flexibilität sowie Emotionslosigkeit sicher. Und die seien aktuell und auch in der mittelfristigen Zukunft unabdingbar – das zeigten die vergangenen Monate. Denn mit der Corona-Pandemie kam ein in seiner Geschwindigkeit beispielloser Crash, der die Märkte dazu erstmals ohne Vorwarnung aus historischen Höchstkursen riss, die Emotionen der Anleger testete und gleichzeitig langfristige und auf Prognosen aufgebaute Portfolios durcheinander wirbelte. Die besonderen Bedingungen des Einbruchs stellte auch CAPinside-Experte Christian W. Röhl mit Blick auf den S&P 500 fest: „Nie zuvor in seiner 63-jährigen Geschichte hat der US-amerikanische Leitindex so abrupt in den Korrekturmodus geschaltet.“

Angst statt gutem Timing

Eigentlich eignen sich solche Situationen denn auch für gezielte Nachkäufe. Dabei sei Timing gefragt, meinte Röhl auch mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise in 2011: „Wenn der Schalter einmal mit solcher Wucht von Risk On auf Risk Off umgelegt wird, kann noch einiges kommen und das lässt sich besser aushalten, wenn man dann noch genügend auf der Seite hat, um nachzulegen.“ Das probierten viele Investoren und Anleger, die historisch einmalige Situation machte die Aufgabe aber besonders schwer – gerade emotional. Das beobachtete auch Stürner: „Im März bei dem Einschlag kann sich wohl kaum einer davon freimachen, dass er nicht nervös oder ein bisschen verängstigt war. Und das gilt nicht nur für Kunden, sondern auch für Berater.“ Die schnelle Erholung fiel darum noch in die Phase der Angst und sorgte dafür, dass viele Investoren den richtigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg verpassten. „Die Erholungsrally war wohl die traurigste Rally der letzten Jahre, weil so wenige Investoren dabei waren“, meint Stürner, der im PEH EMPIRE mit einem quantitativen Score-System für Mikro, Makro, und Sentiment solche emotional getriebenen Anlagefehler vermeidet. Das emotionslose System stellte einen deutlich geringeren Drawdown als der Aktienmarkt sicher, konnte dabei aber gleichzeitig die Aktienmarktperformance erzielen.

Private und auch teilweise institutionelle Investoren agierten dagegen erst zu vorsichtig, um dann zu spät nachzulegen. Denn zwar floss in den USA Ende April so viel Geld von institutionellen Investoren in die Märkte wie in den letzten fünf Jahren zuvor nicht, doch die Börsen hatten schon wieder einen großen Teil der Verluste wettgemacht. Die Bank of America unterstellte deswegen einen „pain trade“ von Investoren. Am deutschen Markt wurde durch eine BaFin-Studie noch deutlicher, dass gerade private Investoren Probleme mit antizyklischem oder gut getimtem Investieren hatten, weil die Kaufüberhänge schon in der fortgeschrittenen Erholung größer wurden. Eine letztlich zu späte Einsicht.

Emotionen überspielen das Chaos-Jahr

Tiefgehende und bleibende Erkenntnisse aus diesen Geschehnissen und Fehlern vermisst Stürner bisher: „Vor der Pandemie bei Höchstständen wollten Kunden investieren und nach der Erholung bei Höchstständen wollen sie es ebenfalls. Wenn man allerdings mit Kunden Mitte März gesprochen hat, war die Panik in den Augen sehr groß.“ Bei den Investoren und Kunden wünscht sich Stürner deswegen mehr rationalen Sinn für den richtigen Moment. Prognosefreie Systeme wie im PEH EMPIRE würden dabei helfen und schon tagesaktuell Änderungen im Marktgeschehen identifizieren – sowohl bei Tiefstständen wie im März, als auch bei Höchstständen wie Anfang des Jahres oder jetzt. Und sowohl mit Investments nach oben, als auch mit Absicherung nach unten.

Die Sinnhaftigkeit eines schnellen, prognosefreien und emotionslosen Investmentansatzes wird auch bei Sentiment-Indizes wie dem Fear & Greed Index von CNN deutlich. Die Gier im Jahr 2020 war bei den höchsten Börsenständen maximal, die Angst dementsprechend im Tief des Einsturzes. Markttiming im Zyklus wäre die Lösung, wie auch Warren Buffett sagte: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“  Der PEH EMPIRE schaffte es mit dem emotionslosen System, die Verluste im Einbruch gering zu halten und gleichzeitig schon früher in der Erholung zu profitieren. Sinnvoll ist es sicherlich, mit diesem Wissen zukünftig zu agieren. Sowohl in der Krise als auch zu Höchstständen. Schließlich sei das diesjährige Verhalten ein sehr gutes Beispiel dafür, wie schnell Investoren die Krise vergessen und stattdessen zur Tagesordnung übergehen. Einschneidende Erlebnisse würden im Nachgang relativiert werden. Denn auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick etwas anderes vermuten lassen – dieses Jahr war extremst emotional.

 

Quelle: CAPinside