PEH Heute für Morgen
 
 

14.07.2008

PEH: Das goldene Immobilienzeitalter ist vorbei

Immobilienfonds sind kein sicherer Hafen mehr. Und daran ist nicht bloß die Kreditkrise schuld. Die Experten der PEH raten zur Vorsicht.

Oberursel, 14. Juli 2008 – Ein Haus, das ist was Solides. Das haben uns unsere Eltern beigebracht, und diese Einstellung prägt gerade uns Deutsche. Immobilienfonds galten lange als solide Investition. Die Preise und die Renditen stiegen stetig, das Geld war immer verfügbar. Steuervorteile gibt’s auch: Das Vertrauen der Anleger ist so groß, dass sie die Fonds fast wie Festgeldkonten behandeln.

Doch die goldenen Zeiten sind vorbei. Ein radikaler Wandel kündigt sich an. Die Anleger sollten deshalb ihre Sichtweise auf das Thema Immobilien gründlich überprüfen.

Die Blase ist schon einmal geplatzt

Martin Stürner, Vorstandsvorsitzender der PEH Wertpapier AG, erinnert an schmerzhafte Erfahrungen: „Kurz nach der Wende gab es einen Immobilien-Boom im deutschen Osten. Hohe Subventionen und Steuervergünstigungen lockten. Man rechnete fest mit einem kräftigen Wachstum und hoffte auf Spitzengewinne. Dann platzte die Blase. Massenhaft Leerstände, die völlig überzogenen Erwartungen wurden enttäuscht.“ Er weiß: Was direkt vor unserer Haustür passiert ist, kann ebenso morgen in Europa geschehen. Die Indikatoren für eine Krise mehren sich:

Der umsatzstärkste britische Wohnungsbaukonzern, Taylor Wimpey, steckt in bösen finanziellen Schwierigkeiten. Der Immobilienfinanzierer Bradford & Bingley konnte eine dringend notwendige Kapitalerhöhung nur retten, weil die Aufsichtsbehörde FSA zu Hilfe kam. Vorangegangen war ein Kurssturz von mehr als 80 Prozent - innerhalb eines Jahres! Die Baukonjunktur auf der Insel ist also kräftig im Abschwung. Und nicht nur dort. Auf Mallorca ging soeben der größte Bauträger, Grupo Drac, mit 600 Millionen Euro in die Pleite. Die Immobilienmärkte in Spanien und Irland weisen die gleichen Strukturen auf wie der amerikanische und dürften demzufolge mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert sein.

Die meisten Anleger gehen derzeit davon aus, dass die Krise am Immobilienmarkt einen V-förmigen Verlauf nehmen wird. Sprich: Auf einen schnellen, steilen Fall der Preise folgt relativ bald eine Erholung. Stürner sieht das anders: „Wir erwarten, dass in Europa die Preise noch einige Zeit sinken und dann länger auf einem niedrigen Niveau verharren werden.“

Der Umbruch fängt gerade erst an

Bei dem, was gerade geschieht, handelt es sich nämlich nicht nur um die Folgen der Kreditkrise. Diese Erklärung greift zu kurz: Wir müssen uns bewusst machen, dass ein tiefgreifender Umbruch begonnen hat. Stürner: „Die Globalisierung wirkt. Die Finanzkraft wandert von West nach Ost – dieser Prozess ist in vollem Gang.“ Gewerbeimmobilien verlieren an Wert. Auf den Markt der Wohnimmobilien wirken zusätzlich demographische Faktoren: In strukturschwachen Gebieten sinken die Preise. Er fragt: „Die Kurse der großen börsennotierten Immobilienaktien, etwa von GAGFAH und IVG, haben sich innerhalb der letzten 12 Monate halbiert. Warum sollte sich diese Krise nur auf Bauträger, Immobilienfinanzierer und Immobilienaktien auswirken?“

Die Anleger dürfen sich vor diesen Wahrheiten nicht verschließen. Da, wo Immobilienpreise fallen und Mieten zurückgehen, können die Renditen der Vergangenheit unmöglich erzielt werden. Immobilienfonds droht nun Druck von zwei Seiten: Einerseits sinkt der Wert ihres Immobilienportfolios. Andererseits dürften Mittelabflüsse sie zu Verkäufen zwingen. Daraus kann sich eine Abwärtsspirale entwickeln. In den USA erlebt der Immobilienmarkt gerade genau das. Von der Vorstellung, dass Immobilien eine sichere Investition sind, müssen wir uns also verabschieden.

Chance und Risiko im Missverhältnis

Stürner warnt davor, Immobilienfonds als eine risikolose Anlageklasse anzusehen - „Wer einen sicheren Hafen sucht, ist hier falsch.“ Der PEH-Chef weiter: „Immobilienfonds weisen ein asymmetrisches Chance-Risiko-Potential auf. Im Klartext: Renditeerwartungen von 5 Prozent stehen potentielle Risiken von 20 Prozent und mehr gegenüber. Darauf sollte sich kein Anleger einlassen.“ Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, sein Depot genau durchzusehen und sich von Risiken zu trennen. Der von den Banken unabhängige Vermögensverwalter rät zu aktiv gemanagten Anlagekonzepten, die ausschließlich mit hoch liquiden Staatsanleihen und Laufzeitenmanagement arbeiten. Das Chance-Risiko-Profil dieser Anlage ist deutlich besser als im Immobilienbereich.

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Über PEH

Die PEH Wertpapier AG ist Vermögensverwalter und -berater für private Kunden sowie Assetmanager für institutionelle Anleger. PEH ist unabhängig von allen Banken und Finanzinstituten und hat sich von Beginn an auf innovative Investmentideen spezialisiert. Neben dem Hauptsitz in Oberursel/Ts. ist das Unternehmen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Reutlingen, Rosenheim, Salzburg und Wien vertreten.

Der PEH-Konzern ist an 8 weiteren Unternehmen beteiligt und befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Er beschäftigt insgesamt 112 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 65 Beraterinnen und Berater, und erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 3,998 Mio. Euro. Vorstandsvorsitzender ist seit dem Jahr 2000 Martin Stürner.

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